Die Familie der Beifußgewächse
Der einjährige Beifuß (Artemisia annua) und der gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris) sind zwei bemerkenswerte Pflanzen der Familie der Korbblütler. Artemisia-Arten sind auf der ganzen Welt verbreitet und blicken auf eine lange historische Verwendung zurück. Die Gattung Artemisia zählt über 400 Arten, darunter Kräuter, Stauden und Sträucher. Äußerlich erkennt man sie vor allem an den kleinen, unscheinbaren, in “Körbchen” angeordneten Blüten und den meist gefiederten Blättern.
Obwohl sich die einzelnen Pflanzen der Artemisia-Gattung natürlich voneinander abheben, weisen sie doch so einige Gemeinsamkeiten auf. Besonders für Hobbygärtner kann es durchaus herausfordernd sein, die verschiedenen Beifuß-Arten auseinanderzuhalten. In diesem Beitrag wollen wir eine Hilfestellung geben, damit Sie es in Zukunft leichter haben, zwei der wichtigsten Artemisia-Arten zu identifizieren und unterscheiden: Die Artemisia annua und die Artemisia vulgaris. Gerade diese beiden Pflanzen werden sehr oft verwechselt, weshalb wir nun einen genaueren Blick auf ihre feinen Abweichungen werfen wollen.
Tauchen Sie ein in die Welt dieser faszinierenden Artemisia-Arten und entwickeln Sie ein Gespür für die filigranen Details, die diese beiden Pflanzen einzigartig und unverwechselbar machen!
Inhalt
Allgemeine Beschreibung des Einjährigen Beifuß (Artemisia annua)
Ursprung und Verbreitung
Der einjährige Beifuß, auch als einjähriges Beifußkraut bekannt, stammt ursprünglich aus dem gesamten asiatischen Raum, nicht nur aus China. Hier wird er bereits seit Jahrhunderten kultiviert.
Heutzutage ist er auf dem gesamten Globus verbreitet und auch seine Beliebtheit hat in den letzten Jahren stark zugenommen.
Äußerliche Merkmale
Die Blätter des einjährigen Beifuß sind fein gefiedert, was ihnen ein zartes, graziles Erscheinungsbild verleiht. Ihre Farbe ist tiefgrün, die Unterseite hat jedoch eine silbrig-grüne Färbung. Die Blüten der Wildform der Artemisia annua sind filigran, gelblich und in lockeren Blütenständen angeordnet. Sie hat eine schlanke, aufrechte Wuchsform und erreicht, je nach Bedingungen, eine Größe von 50cm bis 3 Meter.
Lebenszyklus und Fortpflanzung
Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich um eine einjährige Pflanze, deren Wildform in Europa bereits im Frühsommer blüht und reift. Sie verbreitet sich hauptsächlich durch Samen, welche nach der Blütezeit auf den Boden fallen, um im nächsten Jahr den Lebenszyklus fortzusetzen.
Nutzung und Bedeutung für den Menschen
Der einjährige Beifuß wird im asiatischen Raum, wo er auch unter dem Namen “Qinghao” bekannt ist, seit langer Zeit geschätzt und für vielfältige Zwecke eingesetzt, z.B. als Räucherwerk an Gräbern. Auch in der Kosmetik und Aromaanwendung kommt sie zum Einsatz, um sich ihre zahlreichen Eigenschaften zunutze zu machen.
Allgemeine Beschreibung des Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris)
Ursprung und Verbreitung
Der gemeine Beifuß ist vor allem in Eurasien und Nordamerika heimisch. Hier blickt er auf eine lange Geschichte und viele traditionelle Verwendungen zurück. Mittlerweile ist er aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit jedoch weit verbreitet. Besonders wohl fühlt er sich in gemäßigten subtropischen Zonen, wo er teilweise sogar als invasiv angesehen wird, da er sich unter den richtigen Bedingungen schnell ausbreitet und dabei einheimische Pflanzen verdrängen kann.
Äußerliche Merkmale
Die Blätter des gemeinen Beifuß sind breiter und größer als die des einjährigen Beifuß. Sie haben eine farnartige, tief eingeschnittene Form und eine dunkelgrüne Farbe. Die grünlich-gelben, weißlich-grauen oder rotbraunen Blütenköpfe sind recht unscheinbar, bilden aber dichtere Blütenstände als die des einjährigen Beifuß. Auch seine Wuchsform ist von dichterer und buschigerer Natur und er wird meist zwischen 1 und 2 Metern groß.
Lebenszyklus und Fortpflanzung
Die Artemisia vulgaris ist eine mehrjährige Pflanze, was bedeutet, dass sie über mehrere Jahre hinweg wächst und blüht. In milden Klimazonen ist sie das ganze Jahr über grün, während sie in kälteren Zonen bei Frost abstirbt, um im Frühling erneut auszutreiben. Die Fortpflanzung erfolgt über Samen und sogenannte Rhizome, also unterirdisch verlaufende Stängel, die neue Pflanzen hervorbringen können.
Nutzung und Bedeutung für den Menschen
Der gemeine Beifuß hat eine lange Geschichte in der europäischen Tradition und wurde bereits von den Germanen als Räucherwerk für rituelle Zwecke geschätzt. Aufgrund seines aromatischen Duftes kommt er auch als natürliches Insektenschutzmittel zum Einsatz, denn Motten oder Fliegen können sich mit dem betörenden Duft nicht anfreunden. Sein Inhaltsstoff Thujon (der in Artemisia annua nicht vorkommt) wirkt berauschend und abortiv (abtreibend).
Vergleich: Einjähriger Beifuß vs. Gemeiner Beifuß
Nun wollen wir den einjährigen Beifuß und den gemeinen Beifuß einmal gegenüberstellen, um uns ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlicher vor Augen zu führen. Diese Tabelle können Sie auch als Hilfestellung verwenden, wenn Sie die beiden Pflanzen identifizieren und unterscheiden wollen.
Einjähriger Beifuß (Artemisia annua) Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris)
| Äußere Merkmale |
|
|
| Lebenszyklus und Fortpflanzung |
|
|
| Nutzung und Bedeutung für den Menschen |
|
|
| Blütezeit |
|
|
Häufige Verwechslungen
Es ist nicht nur möglich, den einjährigen Beifuß und den gemeinen Beifuß miteinander zu verwechseln - darüber hinaus gibt es auch andere Pflanzen, die den beiden Artemisia-Arten sehr ähnlich sind. Deshalb wollen wir uns nun mit einigen häufigen Verwechslungen der beiden Artemisia-Arten beschäftigen und ihre deutlichsten Unterscheidungsmerkmale aufführen.
Wermut (Artemisia absinthium)
Da der Wermut auch zur Beifuß-Familie gehört, weist er natürlich viele Gemeinsamkeiten mit dem gemeinen und dem einjährigen Beifuß auf. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist sein starker, bitterer Geruch. Zudem weisen seine Blätter oft eine graugrüne Färbung auf, sind weißfilzig behaart und sind feiner geschnitten.
Stauden-Ambrosie (Ambrosia coronopifolia)
Die Stauden-Ambrosie ist eine häufige Verwechslung der Beifußgewächse. Im Gegensatz zum Beifuß hat sie allerdings horizontal verlaufende Wurzeln, was vor allem beim Rausreißen der Pflanze deutlich wird: Die Wurzeln bleiben zum Großteil im Boden. Zudem sind ihre Blätter weniger stark gefiedert (einfach fiederschnittig) und stärker behaart.
Rainfarn (Tanacetum vulgare)
Auch der Rainfarn zeigt eine gewisse Ähnlichkeit mit den Beifußgewächsen. Bei genauerem Betrachten jedoch werden die Unterschiede deutlich: seine Blätter sind tiefer gelappt oder gefiedert und wirken weniger filigran. Zudem hat er dichtere Blütenstände.
Tesana Qualität: Für Mensch und Natur
Unsere Philosophie: Waren so zu erzeugen, dass unsere Welt noch lange existieren kann. Deshalb verfolgen wir Standards und Leitlinien, die über die üblichen Normen hinausgehen. Wir beziehen unsere Ware ausschließlich von lokalen Kleinbauern, die unsere hohen Erwartungen einer nachhaltigen und biologischen Landwirtschaft erfüllen. Denn unser Bestreben ist es, eine zarte Landwirtschaft zu betreiben, bei der Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen respektvoll miteinbezogen werden. Es ist unsere Vision, einen Teil zur Gesundung unserer Erde und auch zur Gesundung unserer Gesellschaft beizutragen.
Aus diesem Grund sind alle Produkte in unserem Shop garantiert 100% pflanzlich und 100% frei von:
- ionisierender Strahlung zur Konservierung
- gentechnisch veränderten Organismen
- synthetischen Pflanzenschutzmitteln
- leicht löslichen mineralischen Düngern
Fazit
In der Pflanzenwelt ist es von großer Bedeutung, die kleinen, feinen Unterschiede der einzelnen Pflanzenarten zu erkennen. Denn obwohl die beiden Geschwister aus der Familie der Beifußgewächse viele Ähnlichkeiten aufweisen, kann man sie doch an bestimmten Merkmalen voneinander unterscheiden.
Wir hoffen sehr, dass dieser Beitrag Ihnen eine Hilfe sein wird, wenn Sie im Garten oder auf dem Feld mit den Pflanzen in Verbindung treten. Sie werden schnell merken: Je mehr Sie sich mit den Pflanzen beschäftigen, desto eindeutiger werden Sie sie identifizieren können. Zögern Sie also nicht und setzen Sie Ihr neu erworbenes Wissen im eigenen Garten in die Praxis um oder achten Sie beim nächsten Waldspaziergang bewusst auf die verschiedenen Pflanzen, die Ihnen begegnen.
"Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirklichkeit.“ - Johann W. von Goethe